Verstehen, was in der Krise passiert
Aus der Arbeit mit SIHM sind Tagesseminare entstanden, die dort ansetzen, wo körperliches Training allein nicht weiterführt: beim Verstehen dessen, was in einer Krise im Nervensystem geschieht. Bei den betreuten Menschen, bei den Fachkräften selbst und im Team.
Gearbeitet wird an Situationen, die die Teilnehmenden selbst mitbringen, nicht an konstruierten Beispielen. Jeder Tag hat einen körperbezogenen Übungsanteil, weil Regulation verstanden und erfahren werden muss, um im Dienst abrufbar zu sein.
Die Seminare richten sich an Einrichtungen, die ihre Teams inhouse fortbilden möchten, und an Bildungsträger und Akademien für ihr offenes Programm.
Die Themen
Trauma und Co-Regulation
Warum Argumente in der Krise nicht ankommen und was stattdessen wirkt
Fachkräfte erleben regelmäßig Situationen, in denen sie alles richtig machen und trotzdem nicht durchdringen. Der Grund liegt selten im Gegenüber als Person, sondern in einem Nervensystem, das auf Gefahr umgeschaltet hat. In diesem Zustand ist Sprache nur begrenzt verfügbar.
- was eine traumatische Erfahrung ist und wodurch sie sich von Belastung unterscheidet
- Schock- und Entwicklungstrauma und ihre Spuren im Betreuungsalltag
- die Zustände des autonomen Nervensystems und das Toleranzfenster
- Co-Regulation: Stimme, Sprechtempo, Abstand, Blick und Körperhaltung als Arbeitsmittel
Die Teilnehmenden unterscheiden an beobachtbarem Verhalten zwischen Übererregung und Abschaltung und probieren co-regulierende Verhaltensweisen im geschützten Rahmen aus. Alle Körperübungen sind im Sitzen möglich und finden ohne Körperkontakt statt.
Ein Tag, 6 Zeitstunden zzgl. Pausen · 8 bis 16 Personen · für pädagogische und pflegerische Fachkräfte, auch ohne traumapädagogische Vorkenntnisse
Selbstmanagement in der Krise
Die eigene Belastung früh erkennen und im Dienst regulieren
Wer täglich mit Anspannung, Lautstärke und Übergriffen zu tun hat, gewöhnt sich daran, das eigene System zu übergehen. Die Rechnung kommt später, als Gereiztheit, Erschöpfung oder Rückzug. Dieser Tag richtet den Blick auf die eigene Seite.
- was Dauerwachsamkeit mit einem Menschen macht
- die eigenen Frühwarnzeichen auf körperlicher Ebene
- Regulationswerkzeuge für den Moment: verschiedene Atemtechniken, Erdung, Orientierung im Raum, Bewegung
- was der Körper braucht, um einen Vorfall abzuschließen, und Erholung, die in einen Schichtdienst passt
Die Teilnehmenden probieren mehrere Werkzeuge aus und bewerten sie für sich, statt eine allgemeine Empfehlung mitzunehmen. Sie gehen nach Möglichkeit mit zwei Werkzeugen und einem Zeitpunkt, an dem diese im Alltag realistisch stattfinden.
Ein Tag, 6 Zeitstunden zzgl. Pausen · 8 bis 14 Personen · für Fachkräfte und Leitungen aus Betreuung, Pflege und Schule
Krisen und Regulation in der Teamarbeit
Absprachen, die im Ernstfall tragen
In einer Krise reguliert nicht nur die einzelne Fachkraft, sondern die Absprachen des Teams. Ist das Team selbst angespannt, schaukelt sich die Lage auf. Der Tag klärt, was ein Team in der Krise trägt, und endet mit konkreten Absprachen.
- wie Anspannung in einem Team wandert und wo sie sich aufschaukelt
- Formulierungen für den Ernstfall: Ablösung anbieten, Übernahme signalisieren, abbrechen, ohne dass es als Kritik ankommt
- Rollen und Signale: wer führt, wer tritt zurück, wie wird der Wechsel angezeigt
- die kurze Nachbesprechung von Vorfällen, abgegrenzt von Schuldsuche und Supervision
Die Formulierungen werden im Rollenspiel erprobt, nicht nur besprochen.
Ein Tag, 6 Zeitstunden zzgl. Pausen · als Inhouse-Teamtag für ein ganzes Team samt Leitung, mit Vorgespräch · oder im offenen Programm für Fachkräfte und Leitungen, die das Thema in ihr Team tragen (8 bis 16 Personen)
Formate
Tagesseminar
- Umfang
- 6 Zeitstunden zzgl. Pausen
- Gruppe
- 8 bis 16 Personen
Halbtagsfassung
- Umfang
- 3 Zeitstunden zzgl. Pausen
- Gruppe
- 8 bis 16 Personen
Impulsvortrag
- Umfang
- ab 60 Minuten
- Gruppe
- ohne Obergrenze
Für Einrichtungen
Alle drei Themen können Sie als Inhouse-Fortbildung buchen. „Krisen und Regulation in der Teamarbeit“ eignet sich besonders als Teamtag: In einem Vorgespräch von maximal 45 Minuten klären wir vorab die Lage im Team, typische Vorfälle und heikle Punkte. Am Ende des Tages stehen schriftliche Vereinbarungen, die zum System passen.
Ganztag 1.200 € · Halbtag 690 € für die gesamte Gruppe. Impulsvortrag ab 360 € (60 Minuten), längere Vorträge nach Absprache. Jeweils zuzüglich Anfahrt (0,50 €/km).
Für Bildungsträger und Akademien
Für offene Programme mit gemischten Gruppen empfehle ich die Themen „Trauma und Co-Regulation“ und „Selbstmanagement in der Krise“. „Krisen und Regulation in der Teamarbeit“ gibt es als offene Fassung für Fachkräfte und Leitungen, die das Thema in ihre Teams tragen und als Multiplikator*innen wirken. Der Austausch zwischen den Einrichtungen ist dabei ein eigener Gewinn dieses Formates.
Bei Honorar und Rahmenbedingungen richte ich mich nach den bei Ihnen üblichen Sätzen. Ausführliche Exposés mit Inhalten, Lernzielen und Ablauf schicke ich Ihnen gern zu.
Gut zu wissen
Die Seminare sind Fortbildung und keine Therapie. Eigene Betroffenheit ist willkommen, wird aber nicht bearbeitet. Alle Übungen sind freiwillig und werden mit Wahlmöglichkeiten angeleitet.
Vertiefungsretreats
Zu allen drei Themen sind Vertiefungsretreats von bis zu drei Tagen in Planung. Wenn Sie Interesse haben, schreiben Sie mir. Geplant ist der erste Termin in der ersten Jahreshälfte 2028.
Anfrage
Gern stelle ich Ihnen die Themen in einem kurzen Telefonat oder online vor. Sie suchen ein Seminar zu einem verwandten Thema? Sprechen Sie mich an, dann klären wir, was ich Ihnen anbieten kann.
Telefon: 0155 65851391
E-Mail: anja [at] sihm-training.de